Die Saison 2025/2026 neigt sich dem Ende zu. Also dachte ich mir, ich frag das Team mal nach ihren Highlights. Einfach gemacht habe ich es ihnen aber nicht. Sie mussten aus den über 250 Shows ihre drei Lieblinge küren.
Im Moods-Team treffen viele unterschiedliche Charaktere und Vorlieben aufeinander. Eines haben wir aber gemeinsam: Wir lieben Live-Musik. Zum Abschluss der Saison blicken wir nochmals zurück. Da ich letztes Jahr halbe Romane von meinen Bürogspändli erhalten habe, durften sie dieses Jahr nur drei Lieblinge küren – was nicht nur gut ankam. «Unser Programm ist zu gut für nur drei», liessen mich einige wissen. Dennoch haben sie es geschafft. Im ersten Teil blicken Grafikerin Nevin, Streamerin Jacky, Booker Yunus, Antoinette von der Memberbetreuung, Social-Media-Managerin Lola und Lisa von der Produktion auf die Saison zurück.
Nevin
Den Anfang macht unser neuestes Teammitglied Nevin. Sie ist seit letztem Sommer unsere Grafikerin. Nevins erstes Highlight ist Alabaster DePlume. «Alabaster hat mich mit seiner Show überrascht: Es war powerful und zart gleichzeitig», schreibt sie. Zudem ist von ihm als Typ begeistert: «Er ist im besten Sinne verrückt.»
Als zweites Highlight hat sie Jay-Jay Johannson auserkoren. «Sein Konzert war wie ein Film. Es war ein wunderschöner melancholischer Abend, der mich verzaubert hat.»
Zu guter Letzt hat es auch noch W.I.T.C.H. in ihre Auswahl geschafft. Das Konzert habe ihr «Woodstock-Feelings» gegeben. «Die Band war super sympathisch und hat mich direkt in die 70er zurückreisen lassen», schreibt sie.
Jacky
Weiter geht es mit Jacky. Ihr erstes Highlight der letzten Saison war Mira Lu Kovacs. Sie hat Anfang Oktober bei uns im Moods gespielt. Ihr Kommentar: «Obwohl ich zuvor schon einige Male in ihre Musik reingehört habe, war mir nicht bewusst, wie sehr mich ihr Live-Konzert überwältigen würde. Ihre Präsenz, ihre eindringlichen Texte sowie die musikalische Performance von ihr und ihrer Band haben mich tief beeindruckt und berührt.»
Ein weiteres Highlight für sie war Dumana, die im Rahmen der Carte Blanche von Kay Zhang im Januar bei uns aufgetreten ist. «Mit ihrer experimentellen, aussergewöhnlich vielschichtigen und künstlerisch kompromisslosen Musik hat sie mich sofort in ihren Bann gezogen und intensive, teils ganz neue Emotionen in mir ausgelöst. Ein kraftvolles und eindrückliches Erlebnis!»
Ihr letztes Highlight hat sie leider verpasst: «Auf Derya Yıldırım & Grup Şimşek hatte ich mich schon gefreut, seit sie 2023 das letzte Mal im Moods gespielt haben. Den 14. November 2025 hatte ich mir deshalb seit der Bekanntgabe ihres Konzerts fett in meiner Agenda eingetragen. Und ausgerechnet dann wurde ich krank. Zum Glück waren einige meiner Freund*innen dort – und ihren Erzählungen nach war es tatsächlich ein absolutes Highlight & einige Platten haben sie mir auch mitgebracht. Ich freue mich darauf, sie hoffentlich bald wieder live erleben zu dürfen.»
Yunus
Das erste Highlight von unserem Booker Yunus ist der Abend mit CV Vision und Embryo. «Kraut, Psychedelica und Global Grooves trafen aufeinander – und vor allem meinen Geschmack. Mal war es elektronisch, mal akustisch. Einfach wow!» Und auch der Selector Hing, der den Abend als DJ begleitet hatte, wird von Yunus hervorgehoben.Weiter geht es mit Meshell Ndegeocellos Auftritt, bei dem sie ihr Album «No More Water: The Gospel of James Baldwin» gespielt hatte. Sein Fazit: «Dieses meisterhaft gestaltete Werk ist mehr als nur ein Album; es bewegt sich an der Schnittstelle von Musik, Bürgerrechten, Literatur und spiritueller Suche. Als eine meiner Lieblingsplatten der letzten Jahre empfehle ich, sich bewusst Zeit dafür zu nehmen und ihr mit der Absicht zu begegnen, wirklich hinzuhören. Was für ein Privileg und eine Ehre, bei Meshells abendlichem Segen dabei gewesen zu sein. Eine grossartige Künstlerin, die uns gezeigt hat, dass weniger mehr ist – eine wahre Visionärin, deren Auftritt mühelos wirkte.»
Und auch eine Plattentaufe, die erst gerade stattfand, hat ihn überzeugt: Samson Philipps & Special Guests: «Nach rund 4 Wochen Konzert- und Live-Musikpause war es ein absolutes Vergnügen, die Plattentaufe des lokalen Nu-Jazz-Duos zu geniessen. Mit Featured Guests, neue Versionen von bekannte Tunes, neue Tracks vom neuen Album und noch neueres Material, welches noch nicht existiert, haben sie ihr Verständnis für Jazz mit dem Publikum geteilt. Musik aus dem Nachtleben für das Nachtleben - stets innovativ, animierend zum Bewegen und aus den Hüften heraus. Berenice Awa an der Perkussion war eine brilliante Ergänzung. Ich hoffe sehr fest, dass ich in Zukunft mehr Samson Philipps, vor allem in erweiterten Formationen, erleben darf.»
Antoinette
Unserer Memberverantwortlichen fiel es dieses Jahr schwer, sich für drei Highlights zu entscheiden, da sie «einige wahrhaft inspirierend-berührende Bands» auf die Moods-Bühne begleitete. Unter dieser Vielfalt hat sie folgende drei herausgepickt, die sie gerne auf einer anderen Bühne nochmals sehen würde: JMO, Zugluft & Altfrentsche Besetzung und das Lea Gasser 5tet.Zu JMO sagt Antoinette: «JMO sind nicht nur die Anfangsbuchstaben der drei Musiker Jan Galega Brönnimann, Moussa Cissokho und Omri Hason, sondern auch die drei Haupteinflüsse in deren Musik: Jazz - Mandinka – Orient. Das Konzert war WOW! Das Zusammenspiel der drei Musiker aus drei unterschiedlichen Kontinenten hat mein Herz erwärmt und machte das Konzert zu einem nachhallenden Hörabenteuer.» So sehr, dass sie bereits abgecheckt hat, wo die Formation diesen Sommer noch spielt.Zugluft & Altfrentsche Besetzung war ein Projekt im Rahmen von Andrea Kirchhofers Carte Blanche. Das Zusammenspiel der beiden Formationen, welches Elemente aus Appenzeller Streichmusik mit Jazz und imaginärer Folklore verschmolz, war eine Premiere. Antoinettes Fazit: «Es war mega und so spannend - Appenzeller Hackbrett, Bass und Jodel kombiniert mit Geige, Kontrabass- und Bassklarinette. Tolle Spannungsbögen, witzige Intermezzi - eine Herausforderung für den Geist, ohne ins Komplizierte abzuschweifen. Ich fand's zumindest super cool und hoffe, diese Formation nochmals zu sehen, damit ich voll eintauchen kann.»Und zu ihrem letzten Highlight sagt Antoinette: «Wie ich diese Saison festgestellt habe, bin ich ein Fan der Verbindung von Jazz, Kammer- und neuer Volksmusik. Lea verbindet genau das zu einer unverwechselbaren Klangsprache. Mal tanzt die Musik, bebt vor Lebenslust, dann entschleunigt sie verträumt und lässt Raum für die Entfaltung von solistischen Erzählungen. Das Quintett von Lea hat mich tief berührt. Die Musik oszilliert zwischen intim-sphärischen Klängen sowie kraftvoll-lustigen Passagen und den Einflüssen einer Island-Residenz. Es war traumhaft schön.»
Lola
Trommelwirbel, hier kommen die Highlights unserer Social-Media-Macherin. Dieses Jahr haben Lola gleich mehrere Drummer vom Hocker gehauen, aber einer stach für sie klar heraus: Mark Guiliana. «Ich liebe Perkussion und Rhythmus, und er hat mir an diesem Abend genau das gegeben, was meine Öhrchen so brauchen. Er steht aber auch ein bisschen stellvertretend für all die anderen Drummer, die nicht als Mainact gekommen sind aber absolut abgeräumt haben.
Ihr zweites Highlight war Annie and the Caldwells. Denn auch Gospel ist voll ihr Ding und diese Powerfamilie hat an diesem Abend sogar die 90-jährigen Opas im Publikum zum Tanzen gebracht. «Die Stimmgewalt auf der Bühne hat mich komplett weggeblasen. Ich wünschte, ich wäre in so einer Gospel Family aufgewachsen, wo man den ganzen Tag singt. Aber das Konzert zu geniessen war auch gaaaanz toll.»
Neben den grossartigen Stimmen und Drummern gab es aber auch inspirierende Persönlichkeiten, die für Lola weit über die Musik hinausgewirkt haben: «Matt Johnson und Dominique Fils-Aimé haben beide mit ihren Messages ans Publikum etwas hinterlassen, das bei mir noch lange nachgeklungen hat. Am Ende ist das vielleicht das Schönste, was ein Konzert bewirken kann.»
Lisa
Unsere Produktionsverantwortliche betont mit ihren Highlights, dass Jazz lebt. Auch wenn das Label ihres ersten Highlights «jazz is dead» heisst. Adrian Younge hat Lisa mit seinem Orchester begeistert: «Sie haben einmal mehr bewiesen, dass Jazz absolut nicht tot ist. Das Konzert war grosses Kino. Loren Odens Gesang war einfach nur atemberaubend!»
Ihr zweites Highlight hat wenig mit Jazz zu tun, dafür mit geballter FINTA-Power. «Bei BIG ZIS & BIG HUG EXPERIENCE waren so viele FINTA-Personen wie noch nie auf der Moods-Bühne (und auch davor 😉). Ein grosses Danke an Franziska für das Kuratieren dieses grandiosen Abends mit so viel Power, Energie und Freude auf und vor der Bühne.
Lisas letztes Highlight ist für viele im Team nur logisch, schliesslich hat sie sich seit der Bekanntgabe auf diesen Abend gefreut. Die Rede ist von Makaya McCraven. Und sie wurde nicht enttäuscht: «So ein megatolles Konzert. Energie, Spielfreude, Groove – alles war da. Ein Abend, der mir wieder mal gezeigt hat, wieso ich diesen Job sooo liebe!»So das wären mal die ersten Highlights. Im nächsten Magazinbeitrag schauen dann unsere Booker Adi und Bigi, Geschäftsführer Dani, Marketing-Chef Simon, Graziella vom HR und ich, Marian von der Kommunikation, auf die Saison zurück.