Moods Carte Blanche: Auf diese Künstler*innen freuen wir uns
Marian Märki04-30-20263 min. Lesedauer
Die «Moods Carte Blanche» ist so was wie ein Freifahrtschein für Musiker*innen. Sechs ausgewählte Künstler*innen dürfen ihre Projekte umsetzen. Nun ist bekannt, wer uns in der kommenden Saison überraschen wird.
Eine «Moods Carte Blanche» zu erhalten, ist sowas wie ein Ritterschlag der Zürcher Jazzszene. Jährlich erhalten sechs vom Musiker*innenrat ausgewählte Künstler*innen die Möglichkeit, eigene Projekte ganz nach ihren Vorstellungen zu realisieren – von der Wahl des Ortes über den Zeitpunkt bis hin zum künstlerischen Konzept.Auch in der kommenden Saison bleibt das Moods diesem Ansatz treu, der die lokale Jazzszene stärken und weiterentwickeln soll. Für die Saison 2026/27 wurden Elmar Frey, Luca Koch, Marina Mello, Aio Frei, Matthieu Mazué und Arthur Hnatek mit einer Carte Blanche ausgezeichnet. Wir stellen sie euch in kurzen Porträts vor.
Der Zuger Schlagzeuger ist eine feste Grösse der Zürcher Jazzszene. Man trifft ihn hier neben Jochen Baldes, Daniel Schenker, Raphael Jost, Nicole Johänntgen, Victoria Mozalevskaya, Christoph Grab und Chris Wiesendanger an, aber auch mit Horace Parlan und George Gruntz teilte er sich die Bühne. Welche seiner langjährigen Begleiter*innen er an seiner Carte Blanche auf die Bühne bittet? Das verraten wir bald.
Luca Koch
Luca Koch singt, dichtet und performt. Koch ist Dozent*in für Jazz und Pop Voice, Songwriting und Sight Reading am Winterthurer Institut für aktuelle Musik und ist bestrebt, genderneutralen, ganzheitlichen Gesangsunterricht und Künstler*innenbildung anzubieten. Seit April 2023 ist Luca auch Teil der Musikredaktion von SRF 2 Kultur.
Die Harfenistin kommt eigentlich aus Brasilien, lebt aber seit ihrem ZHdK-Masterstudium in Zürich. Mittlerweile ist sie eine feste Grösse in der freien Szene, komponierte schon Musik für eine Inszenierung des Theater Neumarkt und war mit dem IOIC auf Südamerika-Tour.Besonders freuen wir uns, wenn Carte-Blanche-Künstler*innen miteinander kollaborieren. Und da scheint sich was zwischen Luca Koch und Marina Mello zu entwickeln. Wir sind gespannt.
Wie weit Musik als gelebte künstlerische Arbeit reicht, zeigt Aio Frei. Aio ist nonbinäre*r Soundartist, experimentelle*r DJ, veranstaltet Konzerte und gründete den mittlerweile wieder geschlossenen Plattenladen OOR Records mit. Mit OOR Saloon veranstaltet das Kollektiv allerdings weiterhin punktuell experimentelle Konzert- und Hörformate. Aio setzt sich vor allem mit Hörgewohnheiten und «ethics of listening» auseinander. Was es – oder ob es überhaupt zu hören gibt, wird sich noch zeigen.
Eigentlich kommt Matthieu aus Frankreich, ist aber zum Glück mittlerweile in Zürich zuhause. 2019 gründete der Pianist zusammen mit Xaver Rüegg und Michael Cina das Matthieu Mazué Trio, mit dem er 2021 den ZKB Jazzpreis gewann. Seither ist viel passiert, unter anderem war er 2024 für ein halbes Jahr in New York. Der «Big Apple» hat ihn und seine Musik geprägt. Sein jüngster Streich «Turn of Events», welches er mit seinem neuen Trio mit Francisco Mela und Diego Hedez einspielte, ist ein gutes Beispiel dafür. Die Musiker lernten sich nämlich dort kennen.
Last but not least kommt auch Arthur Hnatek zum Zug. Der Schlagzeuger liebt den Jazz und die elektronische Musik – und am liebsten verbindet er diese zwei Felder. Hnatek, der an der New School for Jazz in New York studierte, ist mehrfach preisgekrönt. So gewann er 2019 den ZB Jazzpreis und erhielt 2022 den Schweizer Musikpreis. Als Solist produziert er unheimlich mitreissende, technoide Shows, die Drums und Electronics miteinander verschmelzen. Dazu kommen zahlreiche Kollaborationen mit Schweizer Sternchen wie Tillmann Ostendarp, Andrina Bollinger, Jules Martinet, Noémi Büchi oder auch Erik Truffaz. Kein Wunder, liest man seinen Namen oft in Kulturagendas – oder auch im Moods-Programm, wie zuletzt an der Carte Blanche von Tillmann.