Nachhaltigkeit im Moods: Die Analyse

Marian Märki04-02-20264 min. Lesedauer

Wie können wir nachhaltiger arbeiten? Diese Frage ist für das Moods zentral. Im Auftrag der Stadt Zürich durfte das Moods als eine von sechs Kulturinstitutionen eine Klimabilanzierung durchführen. Nun wissen wir, wie gross unser Fussabdruck ist – und wo wir ansetzen können.

Bis 2040 will die Stadt Zürich klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle am gleichen Strick ziehen, auch die Kulturförderung. Doch um das anzugehen, muss man zuerst wissen, wo man steht. Dafür wurden bei sechs Kulturinstitutionen in der Stadt Klimabilanzierungen durchgeführt, um zu sehen, wo sie stehen und was ihre grossen Treiber sind. Dazu gehören auch wir als Moods. Bilanziert wurde das Kalenderjahr 2024 (Vielleicht erinnert ihr euch noch an unser Umfrage-Mail). Durchgeführt wurde sie von der Carbotech AG. Nun haben wir unsere Bilanz erhalten – und wollen die Erkenntnisse mit euch teilen.Insgesamt haben die Aktivitäten vom Moods im Jahr 2024 154 Tonnen CO2 verursacht. Das ist etwa so viel, wie wenn du 53-mal von Zürich nach New York hin- und zurückliegst. Doch wo fallen die grossen Brocken dieser Emissionen im Moods an? In der Klimabilanz stechen uns zwei grosse Posten ins Auge.
Den grössten Anteil verursacht die Personen-Mobilität: satte 51 Prozent der totalen Emissionen, oder anders gesagt: 78 Tonnen CO2. Über die Hälfte davon kommt aus An- und Abreise des Publikums, da erfreulicherweise viel mehr Leute vor der Bühne stehen als auf der Bühne. Knapp ein Viertel fällt bei An- und Abreise der Künstler*innen an, ein weiterer Viertel beim Pendeln der Moods-Mitarbeiter*innen.
Der zweite grosse Posten sind unsere Einkäufe. Sie machen 32 Prozent der gesamten Emissionen aus, insgesamt 48 Tonnen. Für gut die Hälfte davon sind Nahrungsmittel für die Bar verantwortlich. Eingekaufte Dienstleistungen verursachen fast 10 Tonnen, die Mitarbeitenden-Verpflegung fast 6 Tonnen; Verbrauchsgüter wie beispielsweise Druckerpapier und unsere Textilreinigung je knapp 4 Tonnen.Mit dieser Klimabilanz ist die Arbeit aber nicht abgeschlossen. Vielmehr dient sie uns als Grundlage, um das weitere Vorgehen zu planen – oder anders gesagt: Sie zeigt uns, wo wir den Hebel ansetzen können.Den grössten Hebel sehen wir bei der Personenmobilität. Hier gibt es aus unserer Sicht zwei grosse Felder: Das Publikum und die Künstler*innen. Zudem können wir auch bei den Gütern noch Dinge verbessern.An- und Abreise des PublikumsObwohl «nur» 28% der Moods-Besucher*innen mit dem Auto anreisen, sind Autofahrten für über 90% der Emissionen in diesem Bereich verantwortlich. Grund: eine Autofahrt verursacht ein Vielfaches an CO2 als eine Anreise mit dem ÖV; und wer zu Fuss kommt, bewegt sich komplett emissionsfrei. Hier wollen wir das Bewusstsein unseres Publikums schärfen und auch darauf hinweisen, wie gut erreichbar das Moods mit dem ÖV ist. Allenfalls könnten hier auch noch Anreize geschafft werden. Uns ist bewusst, dass es hier Hürden gibt. So kann es sein, dass die Anreise mit dem Auto alternativlos ist oder das Auto bereits vorher benötigt wurde und das Moods nur ein «Zwischenhalt» ist.
An- und Abreise der Künstler*innenPraktisch alle unsere Emissionen in diesem Bereich werden durch Flugreisen verursacht. Kein Wunder: Flugreisen verursachen ein Vielfaches der Emissionen von Bahn- oder Busreisen. Man muss hier aber auch festhalten, dass die Flugstrecken in den meisten Fällen auch länger sind als jene, die mit dem Zug oder dem Auto zurückgelegt werden.Um mehr Verkehr auf die Schiene umzulagern, haben wir bereits 2025 mit unserem Greenrider Anreize für die Künstler*innen geschaffen, um auf den Zug umzusteigen. Beispielsweise bezahlen wir eine zusätzliche Hotelübernachtung. Hier stehen wir vor der Herausforderung, dies noch mehr in das Bewusstsein der Künstler*innen zu bringen. So sind sich teilweise internationale Künstler*innen gar nicht bewusst, dass diese Option besteht. Leider ist es auch teilweise nicht möglich, da es vom vorherigen Ort zum Moods keine Zugverbindung gibt oder der Tourplan sehr eng getaktet ist. Hinzu kommt, dass die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn nicht die höchste ist. Erfreulicherweise gab es aber auch schon Umbuchungen, nach dem wir auf das Angebot aufmerksam machten. Solche Dinge, auch wenn sie noch selten sind, machen uns Mut und helfen uns, dranzubleiben.Zudem sind wir bereits im Austausch mit anderen Schweizer Venues, um den Bands mehrere Tourstopps innert weniger Tage mit kurzen Reisewegen zu ermöglichen. Wir könnten uns auch vorstellen, diesen Austausch mit nahegelegenen Venues aus unseren Nachbarländern zu führen.Einkäufe von NahrungsmittelnNeben der Mobilität können wir unseren Fussabdruck auch bei den Einkäufen verbessern, allem voran bei den Nahrungsmitteln der Bar. Dafür wollen wir unser pflanzliches Angebot erweitern und saisonal einkaufen. Zudem wollen wir darauf achten, dass wir Produkte aus regionaler und Bio-Produktion einkaufen.Uns ist bewusst, dass wir viel selbst anpacken können – was wir nicht nur müssen, sondern vor allem wollen. Dazu gehört auch, die eigenen Massnahmen zu reflektieren, zu überprüfen und auch darüber zu sprechen. Darum ist es uns wichtig, euch auf dem Laufenden zu halten und unsere Gedanken bezüglich Nachhaltigkeit zu teilen und uns mit euch darüber auszutauschen. So können wir uns alle ins Bewusstsein rufen, dass jede und jeder einen Teil dazu beitragen kann. Denn alleine können wir nicht nachhaltig sein, zusammen aber schon. Denn nicht nur Musik ist gemeinsam schöner, sondern auch, ein Ziel zu erreichen.

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