Carte Blanche: Dalia Donadio

Brigitta Grimm01-29-20263 min. Lesedauer

In Dalia Donadios Carte Blanche geht es um das Instrument, das wir alle besitzen: unsere Stimme. Wie sie das Organ in unterschiedlicher Weise erforscht, erfährt ihr hier.

Die Zürcherin Dalia Donadio ist Sängerin und Vokalpädagogin und verfolgt beide Tätigkeiten mit ungebrochener Begeisterung. Meistens trifft man sie solo oder in kleineren Formationen an, etwa im Duo mit ihrem Partner Tobias Meier, der den Klang mit Pure-Data-Electronics und Saxophon ergänzt. In Süditalien wurzelnd wuchs sie in einer musikalischen Familie auf, und tritt gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder bis heute als Band an Familienanlässen auf, erzählt Dalia Donadio stolz. Sie habe zuerst Jazzgesang an der ZHdK studiert und dann Gesangspädagogik an der Jazzschule Luzern, doch was die Stimme genau ist und wie sie sie als Künstlerin nutzen möchte, habe sie auch nach dem Studium noch nicht gewusst.Hierein spielt die Tatsache, dass die Disziplin des Jazzgesangs noch nicht so lange etabliert ist, wie etwa die des klassischen Gesangs. Erst durch eine Institutionalisierung, beispielsweise durch Studiengänge an Musikhochschulen, wurden Konzepte und Methoden gefestigt und vermittelt. Dalia Donadios Musik war darum nach Studienabschluss noch eher traditionell, blieb den Modern Jazz und kammermusikalischen Ensembles verschrieben und widmete sich viel einer grossen Liebe: der brasilianischen Musik und dem Bossa Nova.«Aber ich bin einfach nicht ein Mensch, der ein Ding so üüber 10 Jahre durchziehen kann.». Ich habe einfach Ideen und Lust und schaffe mir dann neue Gefäße, wo ich dann diese Sachen wieder ausleben kann. Es ist eine Zeit lang immer experimenteller geworden, glaube ich-          Dalia kombiniert verschiedene Arten von Musik in einem Werk (etwa in Ich als eines der Anderen, 2024): Songs stehen neben freier Improvisation, Bossa Nova-Zitate neben elektronischen Klangteppichen
«Es ist gar nicht klar, was Stimmen sein sollen.»
Dalia Donadio
Stimme und Pädagogik
Eine Erfahrung sei in den vergangenen Jahren besonders prägend gewesen: ihr dreijähriges Studium am Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie. (Die dortigen Seminare stehen übrigens auch interessierten Laien offen, etwa wenn man sich über Complete Vocal Technique und andere Methoden fortbilden möchte.) Dort habe sie ganz neue Perspektiven gelernt darauf, wie man Stimme erlebt, wie man sie versteht und, ganz allgemein, wie die Stimme anatomisch und physiologisch beschrieben wird.
Dalia Donadio schwärmt: «Die Stimme ist ein multidimensionales Ding. Du kannst sie aus der Gesangspädagogik, aus der Physiologie, aus der Psychologie, aus der akustischen Perspektive betrachten. ein nicht fassbares Ding, das es eigentlich immer noch zu erkunden gilt. Es ist gar nicht klar, was Stimmen sein sollen.» Sie sieht ihre Rolle daher in erster Linie als Forschende, indem sie Möglichkeiten abseits von ästhetischen und technischen Normen erkundet: «Und genau das verbindet dann auch meine sängerische und meine pädagogische Tätigkeit.»Was hat sie sich für ihre CB überlegt?
Erklärung Ausstellung:
Ausstellung:-          Skulpturen, Video von Laryngoskopie, Digitales…-          Auch ausgestellt wird «Voice Among Voices», ein partizipatives digitales Kunstwerk, das auf einer Blockchain aufgebaut ist? Die Idee: Man kauft einen Abschnitt, ein Grad im Kreis, und kann eine Aufnahme seiner Stimme in den Kreis schicken.-          https://voiceamongvoic.es/Erklärung Abschlusskonzert-          Konzert mit Band, aber auch zwei weiteren Sängerinnen, die beide aus der Klassik kommen. Auch da: Es wird bitzli Collagenmässig, es kommen Zitate vor aus Songs, aus klassischen Stücken, etc. aber es wird auch experimentell idk

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