From the Scene: Michèle Fella erzählt, wie sie Musik denkt

Michèle Fella01-29-20264 min. Lesedauer

Im Format «From the Scene» kommen Musiker*innen aus dem Moods-Kosmos zu Wort. In der aktuellen Ausgabe spricht Michèle Fella von AS IN PLASTIC darüber, wie sie Musik denkt.

Liebe Lesende und Mitmusiker*innenMein Name ist Michèle Fella. Ich bin Musikerin aus Bern und Luzern, Sängerin und Performance-Künstlerin. Wenn ich über Musik nachdenke, denke ich selten in geraden Sätzen. Eher in Fragmenten, Listen, Fragen und Bildern. Deshalb ist dieser Text kein Fliesstext, sondern eine Sammlung. Zum Rein- und Rauslesen. Reihenfolge egal. Hüpfe, reagiere, widersprich, ergänze.Ich lade zu einem Einblick hinter die Kulissen ein:Am liebsten würde ich euch hier einen Zusammenschnitt an Fragmenten aus meinen musikalischen Momenten mit meinen Bands zeigen. Dieses Video wäre ca. 1 Minute lang (weil heutzutage die Aufmerksamkeitsspanne selten für länger ausreicht), wäre ein wenig dreamy, es gäbe musikalische Snippets, Lachen, Warten, Umziehen. Es wäre nicht ultra professionell gefilmt und geschnitten, aber trotzdem ästhetisch - irgendwie. Es wäre persönlich, mit «hinter den Kulissen»-Aufnahmen und witzigen oder konzentrierten Momenten. Zwischendurch gäbe es Szenen von norwegischer Natur, untermalt von meiner Solo-Musik. Ich würde auch irgendwas in die Kamera sagen, und das vermutlich im Nachhinein noch 10-mal überarbeiten, herausschneiden und peinlich finden. Und dann zum Schluss trotzdem hinein nehmen, weil mir als Musikerin und Feministin auch wichtig ist, Raum einzunehmen.Hier nun also tatsächlich das Video:
Das findest du im Video:
00:00 Deluxe Lynx
00:43 Intimate Manifesto
01:36 Michèle Fella Solo
03:06 AS IN PLASTIC
Musikalisch zwischen zwei Orten:Liebe HelvetiaHeute Morgen habe ich dich wieder über die Theke gehen sehen.
Du, lässig dreinblickend auf dem Zweifrankenstück, im Tausch gegen Kafi und Gipfeli.
Täglich wirst du weitergereicht, von Hand zu Hand.
Und ich frage mich: Wurdest du heute schon umarmt?
Ich habe gelesen, dass 42 Prozent der Schweizer:innen unter Einsamkeit leiden.
Wie oft beobachtest du uns, Helvetia? Uns, wie wir einander entgleiten?
Liebe Helvetia, ich sehe dich.
Ich stelle mir vor, wie warm und weich dein Mutterschoss ist;
wie wir hineinkriechen könnten, um uns zu finden, uns zu verbinden.
Wie klingt deine Stimme? Ich würde sie gerne hören.
In Liebe, Michèle
Der norwegische Fjord wurde zu einer Grossmutter für mich.
Sie trägt viele Geschichten: alt, rau und wild, riecht nach Seegras und Fisch.
Ihre überwältigende Präsenz und Weite lassen mich klein und zugleich geborgen fühlen.
Die Kälte draussen führte zu einem Fokus nach innen.
Was passiert, wenn plötzlich Zeit da ist?
Hier in der Schweiz fehlt mir gefühlt oft die Zeit. Zwischen Februar und Juni 2025 lebte ich in Trondheim, Norwegen. Ein Ort, an dem sich mit der Sonne auch das Zeitgefühl verschiebt. Dort ist mein Solo-Projekt entstanden.Drei Zitate, die mich gerade beschäftigen:«Our feelings are our most genuine path to knowledge.» — Audre Lorde«Being oppressed means the absence of choices.» — bell hooks«Eat the rich.» — Jean-Jacques RousseauIch bewege mich in vier Projekten:Deluxe Lynx, Intimate Manifesto, AS IN PLASTIC, Solo.
Nicht nebeneinander, sondern durcheinander.
Und eigentlich sind es auch mehr als vier.
Die Sau rauslassen, sich still zurückziehen, Wut äussern, Wut aushalten, hoffnungsvoll in der Wut, sanft hoffen, Songtexte stricken, multifunktionale Instrumente, ausufernder Humor, eine musikalische Wand zum Anlehnen, radikal sein, laut sein, gar nichts sein, ausprobieren, alle meine Persönlichkeiten, öffnen und schliessen, Subtiles sprechen lassen, zurück in den Kokon. Waren wir zuerst befreundet und machten dann gemeinsam Musik oder umgekehrt? Wie kann ich kompromisslos integrieren, was mich interessiert? Wo endet oder beginnt ein Song? Gibt es auch etwas dazwischen? Wieso bin ich manchmal so nervös — und manchmal gar nicht?Und was meine Familie am Weihnachtstisch über meine Musik sagt:Emotional. Was im Inneren vorgeht. Beeindruckende Texte und Kompositionen. Wie nennt man das, wenn ein gutes Zusammenspiel von allen Instrumenten dich wie so abheben lässt? Luzid oder so. Speziell. Spiel mit der Stimme. Präsent. Deine Emotionen lassen mich reflektieren, was bei mir im Leben eigentlich so abgeht. Sie nimmt die Leute auf eine Reise mit. Sachen, die man noch nie vorher gehört hat. Mega cool. Ausdrucksstark, kraftvoll, aber auch sensibel. Für meine Ohren manchmal unkonventionell und sperrig. Aber trotzdem spannend. Eine weibliche Interpretation von Pink Floyd. Sinnlich, vielschichtig, manchmal provokativ. Etwas Neues. Berührend. Es passiert viel, wenn man sich darauf einlassen kann.Informatives erreicht mich durch fünf Insta Accounts:
  1. babanews.ch
  2. hearherstories
  3. climatevanguard
  4. daslamm.ch
  5. annarosenwasser
Zu Songtexten wurde ich inspiriert durch sechs Bücher:
Sieben Orte, an denen wir uns 2026 begegnen könnten:Am 5. Februar hörst du mich im Moods, Zürich mit AS IN PLASTIC ein komplett neues Set spielen.Am 28. Februar heize ich mit Deluxe Lynx an der Nuit Blanche du Gibloux das Festzelt auf.Am 28. März stehe ich in der Front Row am Konzert von Via Fucina im Werkhof Egelsee, Bern.Vom 4. bis 8. März bin ich an der Jazzwerkstatt in der Progr Turnhalle, Bern – unter anderem an den Konzerten von Phil & Louis & Pierre, Aya Metwalli + Calamita oder MAYBE SHE’S A BITCH, MAYBE YOU NEED A SENSE OF HUMOUR.Am 2. April trete ich solo im Neubad Pool, Luzern auf – als Opening Act für die Plattentaufe von personne.Am 15. Mai, wenn es wieder wärmer ist, spiele ich mit Intimate Manifesto im Le Frigo, Quai Du Bas Biel.Am 18. Juni ruft mich das B-Sides Festival auf den Berg mit Deluxe Lynx – und auf dem Luzerner Sonnenberg bleibe ich auch die Tage danach.Wenn du mehr Orte suchst, an denen du mich finden kannst, dann klicke hier.

Michèle Fella im Moods

  • Suisse Diagonales Jazz

    • AS IN PLASTIC

      JazzPop / Rock / Singer / SongwriterIndieRockArt Pop

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